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Legionellenbekämpfung

Legionellenbekämpfung

Es gibt verschiedene, zulässige Verfahren zur Beseitigung eines Legionellenbefalls bei Trinkwasseranlagen. Wir beraten Sie gerne, welche Maßnahmen für Sie geeignet sind und führen diese natürlich auch bei Ihnen durch.

Reinigung/Desinfektion nach DVGW (A) 557

Seit Oktober 2012 ist die DVGW 557 (A) gültig, in welcher die Erfahrungen im Bereich der Trinkwasserinfektion der letzten Jahre eingeflossen sind.

Mikrobielle Kontaminationen müssen aus Gründen des Gesundheitsschutzes beseitigt werden. Eine mikrobielle Kontamination liegt vor, sobald für mikrobiologische Parameter der Grenzwert oder der technische Maßnahmenwert der Trinkwasserverordnung erreicht bzw. überschritten wird. Zu diesem Zweck sind Reinigungsmaßnahmen und Anlagendesinfektionen durchzuführen, die die Verunreinigungen, insbesondere die einer mikrobiellen Kontamination, nachhaltig wirksam beseitigen. Hierzu wird zwischen Reinigung (mechanisch/chemisch) sowie Desinfektionen (thermisch/chemisch) unterschieden. Reinigungen sind als erste Maßnahme durchzuführen. In einigen Fällen kann nach einer Reinigung zusätzlich eine Desinfektion erforderlich sein.

Reinigung

Um eine Reinigung der Trinkwasserversorgungsanlage durchzuführen, muss diese gründlich mit Hilfe eines Strangschemas geplant werden. Durch diese Planung wird geprüft, ob die vorhandenen Apparate und Bauteile für das ausgewählte Reinigungsverfahren geeignet sind. Eventuell müssen empfindliche Komponenten separat gereinigt oder ausgebaut werden. Wichtig: Während einer Reinigung darf kein Wasser aus der Trinkwasserversorgungsanlage an die Verbraucher abgegeben werden. Die gesamte Trinkwasserversorgungsanlage wird in Fließrichtung ausgehend von der Hauptabsperrarmatur gereinigt. Diese Reinigung kann strangweise oder innerhalb eines Stranges stockweise ablaufen.

Mechanische Reinigung

Die mechanische Reinigung kann grundsätzlich durch drei verschiedene Verfahren vorgenommen werden:

  • Spülen mit Wasser: min. 2m/s, ggf. ist eine Druckerhöhungspumpe notwendig
  • Spülen mit Wasser/Luftgemisch min. 0,5m/s, über Spülkompressor (effektivste Maßnahme bei alten, verzinkten Leitungen)
  • Spülen mit Wasser und mechanischen Hilfsmitteln: Eis oder inerte Feststoffe, ggf. sind Korrosionsschutzmaßnahmen notwendig

Chemische Reinigung

Eine chemische Reinigung ist nur sinnvoll und effektiv, wenn die Art der Ablagerung bzw. Verunreinigung bekannt ist, sodass diese durch das Reinigungsmittel entfernt werden kann. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass die eingebauten Werkstoffe gegen das eingesetzte Reinigungsmittel beständig sind und ein Schutz der Verbraucher sichergestellt ist. Nach einer jeden chemischen Desinfektion muss die Trinkwasserversorgungsanlage mit Wasser gespült werden, um eine rück-standfreie Beseitigung der chemischen Zusätze zu gewährleisten. Empfindliche oder bewegliche Bestandteile der Trinkwasserversorgungsanlage sind während der Reinigung abzubauen (z. B. Rohrtrenner, Sicherheitsventile, Filter, Dosiergeräte,…). Diese Teile sind grundsätzlich durch die vom Hersteller empfohlenen Maßnahmen zu reinigen. Verschleißteile wie z. B. Strahlregler, O-Ringe etc. sind auszutauschen. Nach der Reinigung bzw. Desinfektion erfolgt der Wiedereinbau.

Desinfektion

Wenn durch Spülen oder andere Reinigungsmaßnahmen die mikrobielle Kontamination nicht verringert werden kann, wird eine Desinfektion der Trinkwasserversorgungsanlage notwendig. Desinfektionen können thermisch oder chemisch durchgeführt werden. Vor einer jeden Desinfektion ist eine Reinigung der Anlage durchzuführen. Ebenso ist jede Desinfektion mit allen relevanten Begleitumständen vollständig zu dokumentieren.

Thermische Desinfektion

Eine thermische Desinfektion erzielt nur dann ihre desinfizierende Wirkung, wenn die gesamte Trinkwasserversorgungsanlage mit mind. 70°C heißem Wasser gespült wird (drei Minuten pro Zapfstelle; in Fließrichtung von der Erzeugerseite zur letzten Zapfstelle, ggf. Strangweise). Sobald die Temperatur unterschritten wird, ist die Maßnahme unverzüglich abzubrechen. Oft ist der Einsatz einer mobilen Heizzentrale erforderlich, da viele Trinkwassererwärmer die notwendige Temperatur nicht dauerhaft halten können. Im Vorfeld dieser Maßnahme sind die Bewohner des gesamten Hauses auf die Gefahren des Verbrühens hinzuweisen.

Chemische Desinfektion

Diese Art der Desinfektion darf nur von Fachfirmen durchgeführt werden. Es muss sichergestellt sein, dass kein Wasser als Trinkwasser aus der zu desinfizierenden Trinkwasserversorgungsanlage entnommen werden kann. Ebenso ist eine Sicherungseinrichtung nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik gegenüber der öffentlichen Trinkwasserversorgung einzubauen (Liste der „Aufbereitungsstoffe und Desinfektionsverfahren“, Umweltbundesamt). Ansonsten sind die gleichen Vorgaben der chemischen Reinigung einzuhalten.

Abschließende Maßnahmen

Die mikrobiologische Wasserbeschaffenheit ist nach einer Anlagendesinfektion durch eine Untersuchungsstelle gemäß der Trinkwasserverordnung zu überprüfen. Gegebenenfalls sind der Probenumfang sowie der Probeentnahmeorte mit dem zuständigen Gesundheitsamt abzustimmen. Im Falle einer chemischen Desinfektion müssen Nachweise über vollständiges Ausspülen des genutzten chemischen Stoffes an jeder Zapfstelle vorliegen. Da jegliche thermischen und chemischen Maßnahmen die Korrosion in den verschiedenen Rohrwerkstoffen der Trinkwasserversorgungsanlage erhöhen, sind gegebenenfalls nachträglich Korrosionsschutzmaßnamen durchzuführen.